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Bericht vom 29.03.2011

Blick über den Tellerrand


Einsatzkräfte der tschechischen Feuerwehr HZS werden diese Woche an der THW-Bundesschule in Hoya ausgebildet. Die Generaldirektion in Prag hat um Ausbildungsunterstützung für die Bereiche ASH und EGS gebeten.

Das Generaldirektorat in Prag ist vor rund zwei Jahren an den Landesverband Sachsen, Thüringen herangetreten und hat um Unterstützung für die Bereiche Abstützen und Aussteifen gebeten. Im Zuge des Anrainerstaatenkonzeptes ist aus dieser Anfrage eine Ausbildungswoche an der Bundesschule Hoya konzipiert worden, die über das EU-Austauschprogramm „Exchange of Experts“ finanziert wird.

Hauptanliegen der tschechischen Seite war es, die THW-Techniken bei der Sicherung von Gebäuden kennen zu lernen, um künftig neue Methoden im Ausbildungssystem des tschechischen Feuerwehr-Rettungskorps zu implementieren. Gewünscht waren Theorie und Praxis für die Bereiche ASH und EGS.

Die Konzeption des Lehrgangs verbindet nunmehr zwei THW-Lehrgänge, deren Inhalte leicht angepasst und um THW-Grundlagen ergänzt wurden. Dabei wurde Wert darauf gelegt, dass die zehn Teilnehmer, die aus der Generaldirektion in Prag, verschiedenen Bezirksdirektionen und der tschechischen Ausbildungsstätte kommen, über die theoretischen Basisinformationen rasch an die praktische Seite herangeführt werden.

Der Montag, den Frank Blockhaus und Michael Knur vom Ortsverband Hückelhoven gestalteten, stand ganz im Zeichen der theoretischen Ausbildung zum Thema ASH. Die regen Diskussionen von Anfang an zeigen deutlich, dass die tschechischen Feuerwehrleute hohes Interesse an der Materie haben. Ein Gang über das Übungsgelände der Bundesschule Hoya stand weiterhin auf der Tagesordnung, ebenso ein Vortrag von Michael Vollweiler, Referent Einsatz, über den Bevölkerungsschutz und Katastrophenschutz in Deutschland sowie über die Struktur und Aufgaben des THW.

Die weitere Agenda:
  • Dienstag: praktische Ausbildung am Trümmerhaus, Bau eines Sprengwerks zwischen Gebäude 1 und 2
  • Mittwoch: Grundlagen EGS (OV Berchtesgadener Land und OV Remscheid)
  • Donnerstag: praktische Ausbildung im Gelände: Herstellen von Wandabstützungen zum Stabilisieren von labilen Wänden und Gebäudeteilen
  • Freitag: Auswertung und Absprache der weiteren Zusammenarbeit

Informationen über die tschechische Feuerwehr


Die grundlegenden Aufgaben des Hasičský Záchranný Sbor (HZS) bestimmt das Gesetz Nr. 238/2000 über Feuerwehr und Rettungsdienst der Tschechischen Republik (CR). Mit diesem Gesetz gilt seit dem 1. Januar 2001 eine neue Organisationsstruktur. Feuerwehr und Rettungsdienst der CR gehören zu den grundlegenden Organen des integrierten Rettungssystems (IRS). Ihre wichtigste Aufgabe besteht darin, Leben, Gesundheit und Eigentum der Bürger vor Feuer zu schützen und in verschiedenen Notfällen Hilfe zu leisten.

Feuerwehr und Rettungsdienst der CR bestehen aus dem Generaldirektorat für Feuerwehr und Rettungsdienst der CR und 14 regionalen Feuerwehr- und Rettungsdienstabteilungen (Bezirksdirektionen). Das Generaldirektorat für Feuerwehr und Rettungsdienst der CR führt die regionalen Feuerwehr- und Rettungsdienstabteilungen, die ebenfalls Behörden und Kostenstellen des Staates sind.

Das Generaldirektorat für Feuerwehr und Rettungsdienst der CR gehört zum Innenministerium. Es ist die zentrale Behörde der öffentlichen Verwaltung für Feuerschutz, Krisenmanagement, Planung von zivilen Notfällen, Bevölkerungsschutz und das integrierte Rettungssystem. Dienstsitz ist Prag.

Für die Durchführung seiner Aufgabe haben Feuerwehr und Rettungsdienst der CR etwa 10.000 Angehörige.

Neben der Brandbekämpfung führen die Feuerwehreinheiten Rettungs- und Säuberungseinsätze bei ökologischen Notfällen und technische Einsätze durch, erledigen aber auch Spezialaufgaben, z.B. im Zusammenhang mit dem Transport von nuklearen Brennstoffen, bei der Verhinderung von Tierseuchen, dem Schutz der Bürger vor möglichen terroristischen Angriffen oder bei Notfalleinsätzen aufgrund extrem ungünstiger Wetterbedingen. Feuerwehr und Rettungsdienst der CR sind verantwortlich für den Zivilschutz, das heißt Warnung, Evakuierung, Unterbringung und Notfallrettung der Bürger und andere Maßnahmen, die den Schutz von Leben, Gesundheit und Eigentum sicherstellen.

Humanitäre Hilfe wird auf bilateraler Ebene entweder für das betroffene Land geleistet oder durch internationale Regierungs- und Nicht-Regierungsorganisationen für bestimmte Gruppen. Im Rahmen von Feuerwehr und Rettungsdienst der CR wurden spezielle USAR –Teams (Urban Search and Rescue, innerstädtische Bergung und Rettung) aufgestellt, die bei mehreren internationalen Rettungsmaßnahmen (z.B. Erdbeben in der Türkei, Algerien, Iran, Überschwemmungen und Stürme in Frankreich...) eine aktive Rolle gespielt haben.

Die Ausbildung der neuen und bereits im Dienst befindlichen Angehörigen von Feuerwehr und Rettungsdienst der CR ist sehr wichtig. Zu Feuerwehr und Rettungsdienst der CR gehören technische und spezialisierte Einrichtungen für Forschung und Spezialaufgaben im Feuerschutz (z.B. das Technische Brandschutzinstitut, eine Reparaturwerkstatt, ein logistischer Stützpunkt, Ausbildungszentren der Feuerwehr und das Institut für den Bevölkerungsschutz).

Weitere Informationen zum EU-Austauschprogramm Exchange of Experts finden Sie unter: www.exchangeofexperts.eu


Fotos zum Bericht:

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Michael Knur vom Ortsverband Hückelhoven erklärt dem tschechischen Feuerwehrmann Norbert Rabas Details für die Errichtung des ASH-Stützbalkens.

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Der Einbau eines Sprengwerks zwischen Haus 1 und Haus 2 auf dem Übungsgelände in Hoya stand am Dienstagvormittag auf dem Programm.

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Jedes Detail halten die Einsatzkräfte des HZS im Bild bei. Ziel ist die Erstellung eigener Ausbildungsunterlagen zum Thema Abstützen und Aussteifen.

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Worauf ist beim Errichten eines Stützbalken besonders zu achten? Frank Blockhaus erklärt bis ins letzte Detail.

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Auf großes Interesse stieß das I-Lov-Erprobungsgelände, besonders die Rutschfläche.

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Montag stand ganz im Zeichen der Theorie und der Vorbereitung auf den nächsten Praxistag.

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Hängen geblieben sind die Feuerwehrleute am Modell des Trümmerhauses...

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Die Entscheidung, was für den Aufbau des Stützbalkens nötig ist, trafen die tschechischen Einsatzkräfte schnell selbst.

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Der Lehrgangsleiter Michael Jenzok führte die HZS-Gruppe durch die Ausbildungshalle und zeigte das Material der einzelnen Fachgruppen.

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Geschafft – das Sprengwerk ist arretiert. Eine kleine Pause muss sein!

 Fotos: THW / Für Großansicht bitte anklicken



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